356 Porta Westfalica
Da die Berichterstattung unseres Reyches in Teil III der Chronik bereits a.U. 120 endet, sei hier noch
eine gewichtige Ergänzung vorausgeschickt:
Mit Ende der Winterung 121/122 verloren wir infolge der Betriebsauflösung des Hotels Kronprinz
unsere Burg und zogen in den Saal des im Westen Mindens gelegenen Restaurants Alexandros um.
Während der folgenden Jahrungen wurde diese Burg gemütlich ausgestaltet. In der Sommerung
a.U. 129 erhielten wir durch die Großzügigkeit unseres Rt Fipi einen neuen Thron mit Pulten für M
und K.
Am 11.10. a.U. 129 fand eine mit 150 Einritten besuchte Freundschaftssippung mit dem h.R. An der
Leuben im Haus Hubertus statt. Durch die Stiftung des Drei-Länder-Ordens nahm die Zahl der
Einritte mit Beginn der Winterung 129/130 sprunghaft zu, was sich bis heute erhalten hat. Aufgrund
der außerordentlichen Bescheidenheit unseres Reyches wurde das 25. Stiftungsfest am 3.10. a.U.
130 ohne Aufwand gefeiert, wenn man von einem eigens gefechsten Einkleber absieht.
Die Sommerung a.U. 132 war für unser Reych besonders ereignisreich und schmerzlich. Zunächst
brach im Lokal des Hospes ein Brand aus. Das Restaurant war zerstört, die Weserburg erlitt starke
Rauschschäden. Während unseres Bemühens, die Burg wieder herzurichten, wurde dort eingebro-
chen. Es wurden der Uhu, Aha-Humpen, Reychsschwerter, Ahnen und mehr geraubt; Die Burg
fanden wir verwüstet vor. In der restlichen Sommerung wurde die Burg von Grund auf wieder her-
gestellt, wobei unserer Burgvogt, Rt Rum-pel-Pils’chen, hier einmal wegen seiner immerwährenden,
unermüdlichen Tätigkeit und Fürsorge hervorhebend zu erwähnen ist.
Es wurde auch eine Holzvertäfelung an der Decke mit Beschallungsanlage angebracht. Als der
Schicksalsschlag im Uhuversum bekannt wurde, rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft an. Von zahl-
reichen Sassen und Reychen durften wir Sach- und Geldspenden entgegennehmen, deren Umfang
uns fast beschämte und die große Freundschaft zu unserem kleinen Reyche zeigte.
Am 28.1. a.U. 133 konnten wir unseren Oberst-Ehrenritter Rittmeister (336) zu seinem 400. Einritt
besonders ehren, einige Jahrungen später feierten wir sogar seinen 500. Einritt. Über Jahrzehnte
erfreute er uns mit seinem Humor und den unvergessenen Trilogien.
Zu Beginn der Winterung 133/134 erhielten wir ein von ER Ballisto (336) gefechstes, prächtiges
Reychsschwert, eine Spende des h.R. Ob der Hamel und unseres ER Stil-Auge. Im Hornung a.U. 135
wurde die Junkertafel-Fehde zwischen den Reychen Theotmalli sowie Ossenbrugga in den Mauern
unserer Burg ausgetragen. Am 15.11. a.U. 135 verzeichneten wir leider den letzten Einritt des ER Dr.
Mirakel (120), unseres „Gebärvaters”. Der 22.4. a.U. 137 war hingegen ein besonderer Freudentag,
da wir wieder einen eigenen, wundervollen Uhu erhielten.
Aus der ehemaligen Wurst- und Quell-Sippung ging seinerzeit die „Sippung der Dienstag-Reyche”
hervor, die dann wegen der Abschaffung des arbeitsfreien Buß- und Bettags nicht mehr stattfand.
Heute sind unsere alljährlichen, taxfreien Leberkäs- und Weißwurst-Sippungen willkommener An-
lass, von nah und fern in hellen Scharen einzureiten.
Ebenso stellen die seit a.U. 117 gemeinsam von den Reychen Ob der Hamel, Theotmalli und Porta
Westfalica ausgerichteten Schaumburg-Sippungen in jedem Ostermond eine willkommene Gele-
genheit dar, in historischem Gemäuer schlaraffische Freundschaft zu vertiefen. Wahrscheinlich ist
das Erfolgsrezept unserer lebendigen, stets abwechslungsreichen Sippungen eine scharfsinnige
Interpretation des Spiegels, ohne sich akribisch an dessen Wortlaut zu klammern. Das Spiel erhält
dadurch eine Frische, die mancher Schlaraffe in der Weserburg so schätzt.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
357 Ad Villingam
Die Chronik unseres Reyches in Band III, a.U. 125 endete mit einem Eigenlob. Der Chronist würde
sich schämen, könnte er nicht bis auf den heutigen Tag dies als berechtigt betrachten!
Was seitdem geschah: In der Sommerung a.U. 126 wurde ein Burgbau erforderlich, der das Reych
in ein historisches Gebäude direkt am Kaiserturm - er gab unserer Burg den Beinamen - führte.
Mit viel Eigenarbeit wurde der Umbau unter Mithilfe einiger Sassen unseres befreundeten Reyches
Vitudurum bewerkstelligt. Dort wurde bis a.U. 145 fröhlich gesippt.
In diese Zeit fiel unter Anderem das 25. Reychswiegenfest, das wir, wie erwartet stilvoll und, wie ge-
wohnt musikalisch, in einer Festburg begingen (und pünktlich beendeten). Geradezu sensationell
für unser kleines Reych war der Erfolg des XIX. Deutschen Schlaraffentages, den Ad Villingam a.U.
144 ausrichtete. Zu dieser Zeit zählten wir den Rt Inkasso als Vorsitzenden des ASR zu unseren
Sassen.
A.U. 145 mussten wir unsere lieb gewonnene Burg abermals aufgeben, konnten jedoch durch Uhus
Fügung innerhalb des gleichen Hauses im Erdgeschoss eine sehr schöne Burg erstellen, auf die
wir nun alle mit Recht stolz sind. Seit a.U. 146 sippt das Reych am Mittwoch. Die folgenden Winte-
rungen zeigten steigende Einritts-Zahlen; die Sommer-Krystallinen finden seitdem ebenfalls in der
Burg statt - sofern es nicht Besichtigungen oder Wanderungen sind. Auch hier deutliche Steigerung
der Teilnehmerzahl (um gut 100 %), man fühlt sich in der neuen Burg offensichtlich sehr wohl.
Außerdem hat auch in der Sommerung die Qualität der Veranstaltungen zugenommen, seien sie
kulinarischer, musikalischer oder sonst kultureller Art.
Von 17 (!) Sassen und 13 ER hieß es endgültig Abschied nehmen. Eine sehr erfreuliche Entwicklung
indes hat der „Nachwuchs” genommen, und zwar sowohl an Zahl als auch an Aktivität im Sinne
von Anwesenheit, Beiträgen und Ausritten. Die Sassen der Junkertafel machen große Freude, und
das nicht nur im eigenen Reych! Auch die Ritter sind im weiten Uhuversum nicht unsichtbar: 4 sind
Ehrenritter anderer Reyche, 1 ist Erzschlaraffe eines anderen Reyches. Die h. Ad Villingam stellt 4
Musici (3 Sassen und 1 Burgfrau) für das ASO und zählt auch einen Florestanritter zu den Ihren. Die
letzten größeren Ereignisse: der 40. Reychsgeburtstag a.U. 146 und das XX. Zähringer-Fest a.U. 148
waren Feste im besten Wortsinn.
Von unseren Erzschlaraffen leben: Rt Klinkerle (Kn 11), Rt Sonny-Boy (279) und der ehemalige Rt
Tonherz (Kn 6, leider ausgetreten). Der ansonsten „reychsälteste” Sasse: Rt Ad Lethos war einmal
Kn 24. Höchste Kn-Nr. jetzt: 96.
Ad Villingam heute: 36 Rt, 5 Jk, 6 Kn, 11 ER; der Ausritts-Orden „Ritter von Zähringen”, die Romaias-
Ritterschaft, ein respektables Diplomatisches Corps, die genaue Anwendung von Spiegel und Ce-
remoniale, die stete Hochachtung der Fechsanten, der Musik und der Musici sowie die denkbar
herzlichste Aufnahme unserer Gäste. LULU Ad Villingam!
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