Zu den Teutschherren

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 399 — Zu den Teutschherren. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

399 Zu den Teutschherren
Der Anfang des Uhustammtischs im Taubertal geht in die Jahrung a.U. 116 zurück. Den harten Kern
bildeten Rt Kalendulus – seit a.U. 112 hier hausend – und Rt Archi-Gastro. In der Josefsstube seiner
Gaststätte „Wilder Mann” traf man sich mit vielen Freunden, meist Kurgästen, und bereitete dem
Uhu ein Nest an der Tauber.
Die Jahrung a.U. 119 brachte einen ersten Wachstumsschub, denn gleich fünf Mergentheimer wur-
den Schlaraffen im zukünftigen Mutterreych Herbipolis. In der gleichen Jahrung zog Rt Sponta-
nos vom hohen Reych Am Eschenwege in unseren Gemarkungen. Weitere Verstärkung erhielt der
Uhustammtisch in der Jahrung a.U. 122 durch Rt Rundolino vom Erlenanger. Er wurde in Unter-
schüpf nahe Bad Mergentheim sesshaft und begründete bald einen starken badischen Flügel.
In der profanen „Alten Jagdstube” wurde ein Gewölbekeller mit vereinten Kräften zur ersten
Teutschherren-Burg ausgebaut und regelmäßig mit Leben erfüllt, an dem schlaraffische Freunde
aus nah und fern lebhaften Anteil nahmen. Am 13.4. a.U. 126 war es dann soweit: Nach der Geneh-
migung durch den ASR kam es im Kursaal zu Bad Mergentheim zur feierlichen Colonie-Gründung,
und die schwarz-weiße Rüstung derer „Zu den Teutschherren” belebt seitdem das schlaraffische
Farbenspiel.
Nach gut einer Jahrung des fröhlichen Sippens war dann auch die Probezeit vorbei, und am 11.10.
a.U. 127 folgte Sanktion des Reyches 399. Für die Chronik sei vermerkt, dass die Bulle als Grün-
dungsritter unsere „glorreichen Sieben” nennt, als da sind die Rtt Cerasus, Forest, Kalendulus,
Moenophil, Rundolino, Sanitou und Spontanos.
Neben fröhlichen Sippungen, die häufig mit Krystallinen in den frühen Morgenstunden ausklan-
gen, zelebrierten die Teutschherren immer wieder festliche Ereignisse von überregionaler Anzie-
hungskraft. So mit der ersten Familiensippung (am 22.10. a. U. 129) oder dem erstem Treffen der
schwarz-weißen Reyche am 21.4. a.U. 131. Ein gar fürchterlicher Waffengang stand den ansonsten
friedliebenden Recken aus dem Taubertal am 2.11. a.U. 132 bevor. In den Gemarkungen des hohen
Reyches Stutgardia traf man zur Reychsfehde auf die Sassen des hohen Reyches Hohenschram-
berg, welchselbigen trefflichen Streit unser Reych als Sieger verließ.
Höhepunkt der ersten teutschherrlichen Jahre war für alle Beteiligten der Ausritt in das profane
Königsberg zum 12.9. a. U. 133. Dort wurde im Gemäuer der Alten Burse eine „Regismontana-
Sippung” im Gedenken an das a.U. 78 verloschene Reych zelebriert.
Schnell waren 10 Winterungen vergangen, und am 29.4. a.U. 136 trafen sich erneut viele Freunde
im profanen Kursaal, um das 10jährige Bestehen und die damit verbunden Verleihung des AHA-Or-
dens zu feiern. Die Festsippung klang mit einem von allen Sassen gestalteten Festspiel auf großer
Bühne aus: „Die Schreckensnacht von Geierstein” begeisterte das Publikum, bevor der Nachtwäch-
ter des Reyches wie gewohnt seine Runde machte.
Zu einer (nur räumlichen) Zäsur in der Geschichte der Teutschherren kam es in der Jahrung a.U.
142. Es galt, Abschied von der ersten Burg zu nehmen, da das Gemäuer der Alten Jagdstube im
Windmond dem profanen Baggerzahn zum Opfer fallen sollte. Doch es gelang, einen neuen Ge-
wölbekeller zu finden und während der Sommerung in gemeinsamer Anstrengung auszubauen, so
dass bereit am 6. im Lethemond der gleichen Jahrung die Weihe der 2. Teutschherrenburg vollzogen
werden konnte. Dort herrscht seitdem ungebrochen ein fröhliches Leben, und viele Freunde dürfen
wir bei ihren Einritten begrüßen. Besondere Freude herrscht aber deshalb, weil eine immer reich
besetzte Junkertafel für die Kontinuität des schlaraffischen Lebens sorgt.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
400 Monte Lunach
erste urkundliche Erwähnungen über die Gründung eines Schlaraffenvereines in der Weststeier-
mark gab es im Februar 1982. Damals wurde versucht in der Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg
eine Gründung durchzuführen. Initiatoren der Gründung waren die Rtt Fiedel, Klipp-Klapp und
Schilcher (alle 378). Dieser „Stammtisch” nannte sich „Lohnsperchia”, aber das Vorhaben scheiter-
te trotz eifriger Bemühungen durch profane Widrigkeiten. Übrig blieben 7 Interessenten, die von der
schlaraffischen Idee begeistert waren. Rt Schilcher, der in seiner profanen Tätigkeit in Lannach viele
Freunde gewonnen hatte, startete mit ihnen einen neuen Versuch in Lannach.
Am 15.11.1982 gab es daher in Lannach eine große Festveranstaltung des gastgebenden Reyches
Graetz an der Mur. Diese „Festsippung” fand so großen Beifall, dass bereits in der darauffolgenden
Woche mit vier neuen Beitrittserklärungen der Boden für ein Uhunest gefestigt werden konnte. Von
Anfang an wurde auf Wunsch der drei „Gründungsritter” streng nach Spiegel und Ceremoniale
gesippt. Im Dezember 1982 legten wir mit der Bezeichnung „Monte Lunach” den Namen für unser
künftiges Reych fest. Im April 1983 gab es 18 profane Gründungsmitglieder, die unter Aufsicht der
Gründungsritter die Genehmigung zur Gründung eines Feldlagers erhielten. Am 1.10. 1983 fand die
Feldlagererhebung statt. Unser Feldlager wuchs und blühte auf. Die Sassen trugen nun erstmals
ihre eigene Rüstung in den Farben grün-violett. Nachdem die Vereinsmatrikel 23 profane Grün-
dungsmitglieder und durch den Zugang eines weiteren Gründungsritters (Tom, 4) nunmehr 27 Per-
sonen auswies, wurde am 1.3.1984 an das Mutterreych Graetz an der Mur der Antrag auf Gründung
einer Colonie gestellt. Am 16.10.1984 wurde vom ASR dem Gründungsansuchen des Feldlagers
Monte Lunach stattgegeben. Im Oktober mussten wir zum ersten Mal unsere Burg wechseln. Die
Gründungsfeier und Erhebung zur Colonie fand am 24.11.1984 in Stainz statt. 192 Sassen aus 24
Reychen waren Zeugen dieses Ereignisses. Erstmals werden die von uns gewählten Ritternamen
verlesen. Es wird fleißig gesippt und eingeritten und alle warten auf die Sanktion. Die Sanktion
und Erhebung zum h.R. Monte Lunach findet am 15.3.1986 in Unterpremstätten bei Graz statt. 253
Sassen aus 41 Reychen und 137 Begleitpersonen sind bei diesem feierlichen Festakt dabei. Monte
Lunach erhält ein neues Reychsschwert, welches aus einem Federblatt eines alten Opel Rekord - mit
mehr als 200.000 Kilometer auf dem Tacho - geschmiedet wurde. Die Sanktionsbulle wird verlesen
und alle profanen Gründungsmitglieder werden nach dem feierlichen Gelöbnis auf Schlaraffia zu
Rittern erklärt. Seit Bestehen der Monte Lunach haben sich deren Mitglieder - jeweils von Oktober
bis April - über 740 mal regelmäßig ein Mal pro Woche getroffen. Über 9.700 Sassen aus befreun-
deten Reychen waren in dieser Zeit Gast bei unseren Sippungen. Aber auch die Sassen der Monte
Lunach sind fleißige Ausreiter und haben die Farben unseres Reyches bis in die entferntesten Ge-
markungen des Uhuversums getragen. Ein großes Ereignis war die Durchführung der 40. UHUlym-
pischen Winterspiele im Hornung a.U. 149, mit reger Beteiligung aus den helvetischen, germani-
schen und österreichischen Gemarkungen. Der Sassenstand beträgt zum Ende des Lenzmondes
a.U. 149 34 Ritter, 2 Junker und 2 Knappen. Aber auch die Zukunft ist vielversprechend. So wurde
am 11.11. a.U. 147 im südsteirischen Weinland das „Feldlager zu Gamlitz” aus der Taufe gehoben.
Bereits am 10.11. a.U. 148 erfolgte die feierliche Gründung der Colonie „Zu den Vinokraten” mit der
präsumtiven Reychsnummer 423. Die Gründungsritter Klapotetz (400), Gschwind (174), Nivellung
(378) und Iwein (400) sind, zusammen mit dem Mutterreych Monte Lunach, eifrig bemüht, aus den
sehr engagierten und voller Tatendrang strotzenden, künftigen Erzschlaraffen edle Schlaraffen zu
formen. Den Idealen Kunst, Freundschaft und Humor gilt unser Streben!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 484-486